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Unfall im Ausland und Schadensregulierung: Was Sie wissen sollten

Wer mit seinem PKW in einen Unfall verwickelt ist, findet sich in einer Situation, die ärgerlich ist. Doch wenn sich der Verkehrsunfall im Ausland ereignet, kann es schnell kompliziert werden. Je nach Unfallland müssen besondere Punkte beachtet werden. Als erfahrene Rechtsanwälte mit langjähriger Berufserfahrung für die Themen Unfall im Ausland und Schadensregulierung können wir Ihnen schnelle und kompetente Hilfe bieten. Auf diese Weise können Sie sich sicher sein, Ihre Rechte auch dann geltend machen zu können, wenn Sie die Gesetze und auch die Sprache des Unfalllandes nicht kennen. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie zudem die wichtigsten Informationen rund um die Frage „Kfz Unfall im Ausland – was tun?“

Erste Schritte

Erste Schritte nach einem Unfall im Ausland

Selbstverständlich möchte man im Urlaub nicht in erster Linie an einen möglichen Verkehrsunfall denken. Dennoch kann es Ihnen viel Stress ersparen, zumindest darauf vorbereitet zu sein. Unmittelbar nach einem Autounfall im Ausland sollten Sie zunächst exakt so vorgehen, wie Sie es auch auf deutschen Straßen tun würden:

  • ➦ Unfallstelle absichern (Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen)

  • ➦ Warnweste anlegen

  • ➦ Verletzten helfen und Notruf abgeben (wenn nötig)

 

Im Anschluss ist es wichtig, den Unfallhergang präzise zu dokumentieren. Je nach Unfallland kann der Europäische Unfallbericht hilfreich sein, den Sie gemeinsam mit dem Unfallgegner ausfüllen sollten. Diesen können Sie schon vor der Reise in der jeweiligen Landessprache ausdrucken. Hierbei handelt es sich um ein Formular, welches europaweit einheitlich ist und eine gute Hilfestellung bietet, um den Unfallhergang sowie die Angaben aller Unfallbeteiligten zu fixieren. Unabdingbar ist es zudem, sich das Kennzeichen des Unfallgegners zu notieren – und die Unfallörtlichkeiten sowie die entstandenen Fahrzeugschäden mit Fotos zu dokumentieren. Wenn bei dem Unfall ein hoher Sach- oder gar ein Personenschaden entstanden ist, sich keine Einigung erzielen lässt, der Unfallgegner keinen Versicherungsnachweis erbringen kann oder gar flüchtet, sollte zudem die Polizei verständigt werden.

Schadensabwicklung

Unfall im Ausland und Versicherung: Schadensabwicklung nach einem Verkehrsunfall

Ein Unfall im Ausland und die Versicherung zahlt nicht – eine beunruhigende Vorstellung, die sich nicht zwingend bewahrheiten muss. Was ist zu tun bei einem Unfall im Ausland, damit Sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben? Wichtig ist zunächst, sich über die geltenden Bestimmungen im Zielland zu informieren: Innerhalb der EU sowie in Island, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein, kann der Unfallgeschädigte seine Ansprüche in Deutschland geltend machen. Seit 2003 hat jeder Versicherer in einem EU-Mitgliedsland Regulierungsbeauftragte benannt. Die entsprechenden Kontaktdaten lassen sich über den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer erfahren – dieser hilft Ihnen, nach einem Unfall im Ausland Ihren Regulierungsbeauftragten zu ermitteln. Bei Unfällen außerhalb der EU muss man sich in der Regel an die ausländische Versicherung wenden. Zu berücksichtigen ist, dass der ausländische Versicherer (vertreten über den Regulierungsbeauftragten) innerhalb von 3 Monaten nach Antragstellung auf den geltend gemachten Schaden entweder mit einem Regulierungsangebot oder einer Ablehnung antworten muss. Erfolgt innerhalb der drei Monate keine derartige Reaktion, kann der Unfallgeschädigte in Deutschland die Verkehrsopferhilfe e.V. als Entschädigungsstelle in Anspruch nehmen. Zusammengefasst lassen sich die notwendigen Schritte für die Schadensabwicklung nach einem Unfall in einem EU-Land, Island, Norwegen, der Schweiz oder Liechtenstein wie folgt beschreiben:

  1. ➦ Beweissicherung durch Dokumentation des Unfallherganges, Erfassen der Daten des Unfallverursachers, Ausfindigmachen möglicher Zeugen, Einschaltung der Polizei (je nach Unfallland empfiehlt sich der Europäische Unfallbericht), Fotos
  2. ➦ Konsultierung des Zentralrufs der Deutschen Autoversicherer, um in Erfahrung zu bringen, welcher Regulierungsbeauftragte nach einem Verkehrsunfall im Ausland die Regulierung vornimmt.
  3. ➦ Die Kommunikation und die Schadensabwicklung nach einem Unfall im Ausland erfolgen über den Regulierungsbeauftragten.

 

Im Hinblick auf die Versicherung müssen Sie bei bestimmten Ländern zudem die sogenannte grüne Versicherungskarte mit sich führen. Diese ist beispielsweise in Albanien, Bosnien & Herzegowina, der Türkei, Russland und Nord-Mazedonien verpflichtend. Sie wird von der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung ausgestellt und dient im Ausland als Nachweis ebendieser.

Unfall im Ausland

Unfall im Ausland: Welches Recht gilt?

Generell gilt: Bei einem Unfall in Deutschland gilt das deutsche Schadensersatzrecht. Bei einem Unfall im Ausland hingegen gilt das Schadensersatzrecht des jeweiligen Unfalllandes. Das ist deshalb von Bedeutung, da die Ersatzfähigkeit einzelner Schadensersatzpositionen je nach Recht des Unfalllandes unterschiedlich sein kann. Was in Deutschland unfallbedingt erstattungsfähig ist, kann in anderen Ländern hingegen nicht erstattungsfähig sein. Ebenso kann variieren, ob Sie Anspruch auf einen Mietwagen oder Nutzungsausfall haben. Dieser Umstand ist zu bedenken, wenn Sie Ihre Ansprüche geltend machen möchten. Unsere Rechtsanwälte helfen Ihnen gerne weiter, wenn Sie nach einem Verkehrsunfall im Ausland rechtliche Unterstützung benötigen. Spezialisiert auf das Verkehrsrecht im In- und Ausland und mit umfassenden Sprachkenntnissen in Englisch, Spanisch, Slowenisch und Kroatisch können wir Ihnen kompetent und zuverlässig zur Seite stehen, um Ihre Ansprüche geltend zu machen. In den folgenden Abschnitten finden Sie zudem weiterführende Informationen zu spezifischen Ländern.

Tamara Stader

Rechtsanwältin für Unfallrecht

Beratungssprachen

Deutsch, Englisch, Spanisch, Slowenisch, Kroatisch

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Frankreich

Besonderheiten nach einem Unfall in Frankreich und Schadensregulierung  

Kommt es zu einem Verkehrsunfall in Frankreich, sind auch hier die gängigen ersten Schritte und Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Auch ein Europäischer Unfallbericht kann hier hilfreich sein. Bei Personenschäden sind außerdem immer die Polizei bzw. Rettungskräfte zu kontaktieren. Bei kleineren Blechschäden ist das Einschalten der Polizei nicht erforderlich; bei größeren Schäden oder Streitigkeiten mit anderen Unfallbeteiligten sollte diese jedoch hinzugezogen werden. Nach einem Unfall im Ausland ist die Abwicklung der Schadensregulierung eine Aufgabe für den Regulierungsbeauftragten. Dennoch ist das französische Recht anwendbar, welches folgende erstattungsfähige Positionen berücksichtigt:

  • Die Kosten für die Reparatur werden gegen Vorlage der quittierten Reparaturrechnung erstattet. Oft reicht auch das Vorlegen eines Gutachtens; bei Sachschäden ab ca. 1000€ wird dieses häufig zusätzlich zu der Reparaturrechnung verlangt. Ein Kostenvoranschlag reicht allenfalls bei Bagatellschäden aus.
  • Totalschaden: Hier muss der Versicherung ein nach Möglichkeit in Frankreich ausgestelltes Gutachten vorgelegt werden.
  • Mietwagenkosten: Bei einem Unfall in Frankreich werden die Kosten für ein Mietfahrzeug nur erstattet, wenn dieses unmittelbar für die Berufsausübung, nicht aber lediglich für die Fahrt zur Arbeit zwingend benötigt wird. Es werden 25% bis 35% als Eigenersparnis in Abzug gebracht.
  • Abschleppkosten: Bei nicht mehr fahrbereiten Fahrzeugen werden diese bis zur nächsten Werkstatt übernommen.
  • Nutzungsausfall: Pro Reparaturtag werden ca. 10€ bis 20€ angerechnet; bei einem Totalschaden ca. für 10 Tage.
  • Wertminderung: Nach Durchführung einer sachgerechten Reparatur wird eine Wertminderung nicht mehr anerkannt. Ein merkantiler Minderwert wird nach französischem Recht nicht ersetzt.
  • Gutachterkosten: Kosten für einen Gutachter werden häufig, aber nicht zwingend erstattet.
  • Anwaltskosten: Anwalts- und Prozesskosten werden nur selten übernommen; bei Obsiegen im Prozess wird allenfalls eine Prozesskostenpauschale anerkannt.
  • Bei Personenschäden: In Frankreich wird ein Verdienstausfall gegen Nachweis ersetzt; Arzt-, Heil- und Pflegekosten sofern und soweit sie nicht durch die eigene Krankenkasse übernommen werden. Schmerzensgeld und sonstige immaterielle Schäden werden in Frankreich relativ großzügig ersetzt. Wegen der von Land zu Land differierenden Bewertungskriterien ist die Erstellung eines medizinischen Gutachtens durch einen französischen Arzt jedoch empfehlenswert.
Spanien

Autounfall in Spanien – was ist zu tun? Schadensregulierung im spanischen Ausland

Bei einem Unfall in Spanien sollten ebenso die üblichen Schritte, die nach einem Unfall notwendig sind, zuerst durchgeführt werden. Falls potenzielle Zeugen zur Verfügung stehen, müssen selbstverständlich auch deren Kontaktdaten erfasst werden. Wie in allen weiteren EU-Ländern, lohnt es sich, gemeinsam mit dem Unfallgegner den Europäischen Unfallbericht auszufüllen. Die Geltendmachung der eigenen Ansprüche erfolgt über den Regulierungsbeauftragten der spanischen Haftpflichtversicherung in Deutschland. Dieser ist über den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer ermittelbar. Bei einem Verkehrsunfall in Spanien ist das spanische Recht anwendbar, welchem zufolge die folgenden Positionen in Bezug auf Sachschäden erstattungsfähig sind:

  • Reparaturkosten: Gegen Vorlage einer quittierten Originalrechnung können Reparaturkosten erstattet werden. Deutsche Gutachten oder Kostenvoranschläge werden – anders als spanische – meist nicht anerkannt. Bei Durchführung der Reparatur in Deutschland kann es zu erheblichen Abzügen kommen.
  • Abschleppkosten: Bei einem nicht mehr fahrbereiten Fahrzeug werden die Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstatt erstattet.
  • Totalschaden: Für die Bewertung, ob ein Totalschaden vorliegt, ist ein spanisches Gutachten erforderlich. Ein Totalschaden liegt nach spanischem Recht vor, wenn die Reparaturkosten (nach spanischen Sätzen) den Wiederbeschaffungswert (nach spanischem Preisgefüge) überschreiten.
  • Rückstufungsschaden: Diese Position ist erstattungsfähig bei Verlust des Schadenfreiheitsrabattes bei unmittelbarem Zusammenhang zwischen Unfall und Verlust des Rabattes.

Kommt es zu Personenschäden, können nach spanischem Recht ersetzt werden:

  • Schmerzensgeld: Nur bei Körperschäden, die infolge dauernder Invalidität zu einer Erwerbsbeeinträchtigung führen, besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld. Dies ist auch beim Verlust naher Angehöriger (sog. Schockschäden) möglich.
  • Arzt-, Heil- und Pflegekosten: Diese Kosten sind erstattungsfähig, insofern sie die Sätze der vom Garantiefonds aberkannten Krankenhäuser nicht übersteigen.
  • Verdienstausfall: Hier wird der Pauschalbetrag während der Dauer der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit bezahlt.
  • Haushaltsführungsschäden: Sofern das Opfer für die Haushaltsführung zuständig war, ist eine Erstattung bei Unfällen mit Todesfolge, Dauerschäden oder Verletzungen mit gewisser Dauer möglich.
  • Beerdigungskosten: Bei einem Unfall in Spanien sind auch die Beerdigungskosten erstattungsfähig.
Italien

Was tun bei einem Unfall in Italien – Besonderheiten rund um den Verkehrsunfall in Italien und die Schadensregulierung

Bei einem Autounfall in Italien werden zuerst dieselben Schritte ergriffen wie in jedem anderen Land (Warnweste anziehen, Unfallstelle absichern etc.). Auch hier empfiehlt sich der Europäische Unfallbericht. Bei größeren Schäden, Personenschäden oder Streitigkeiten mit Unfallbeteiligten sollten außerdem die Polizei und, falls erforderlich, Rettungskräfte kontaktiert werden. Die Abwicklung der geltend zu machenden Ansprüche erfolgt über einen Regulierungsbeauftragten der italienischen Haftpflichtversicherung in Deutschland. Zu erreichen ist dieser über den Zentralruf der Deutschen Autoversicherer. Eine Kontaktierung der eigenen Haftpflichtversicherung ist bei einem Unfall in Italien nur dann erforderlich, wenn auch der Unfallgegner Ansprüche geltend machen will.

Obwohl die Regulierung in Deutschland abgewickelt wird, ist aufgrund des Unfallhergangs in Italien das italienische Recht anwendbar. Ersetzt werden in Bezug auf Sachschäden:

  • Reparaturkosten: Gegen Vorlage der quittierten Reparaturrechnung sowie u.U. bei Sachschäden ab ca. 1000€ der zusätzlichen Vorlage eines Gutachtens werden Reparaturkosten bei einem Autounfall in Italien erstattet.
  • Totalschaden: Bei einem Totalschaden wird der gutachterlich nachgewiesene Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts erstattet.
  • Abschleppkosten: Nur bei einem nicht mehr fahrbereiten Fahrzeug werden die Abschleppkosten nach italienischem Recht bis zur nächsten Werkstatt erstattet. Die Vorlage einer Rechnung ist erforderlich.
  • Mietwagenkosten: Falls das Fahrzeug beruflich benötigt wird, lässt sich oftmals eine Erstattung erwirken; mit Abzügen ist jedoch zu rechnen.
  • Nutzungsausfall: Der Nutzungsausfall wird abhängig von der Fahrzeuggröße mit einer Tagespauschale von 5€ bis 30€ berechnet. Bei einem Totalschaden wird diese für maximal 10 Tage zugestanden.
  • Wertminderung: Eine Wertminderung wird nur bei Fahrzeugen, die zum Unfallzeitpunkt höchstens ein Jahr zugelassen waren und durch den Unfall schwer beschädigt wurden, gewährt.
  • Gutachterkosten: In der Regel werden nur gerichtlich angeordnete Gutachten ersetzt.
  • Anwaltskosten: Außer bei Bestehen einer Verkehrsrechtsschutzversicherung müssen etwaige Anwaltskosten vom Geschädigten teilweise selbst getragen werden.
  • Bei Personenschäden: Das italienische Recht erfasst als erstattungsfähige Position Arzt-, Heil- und Pflegekosten, soweit diese nicht von der eigenen Krankenkasse erstattet werden, Verdienstausfälle gegen Nachweis sowie Schmerzensgeld. Die Höhe der Entschädigung wird bei Letzterem nach Ermessen des Richters unter Berücksichtigung der Schwere der Verletzung, des Alters des Geschädigten sowie der Dauer der Beeinträchtigung festgesetzt. Entschädigt werden vorübergehende sowie dauernde Körperschäden, außerdem auch immaterielle, subjektive Schäden des Unfallopfers.
Niederlande

Unfall in den Niederlanden: Das sollten Sie wissen

Unfall in Holland – was tun? Diese Frage sollten Sie sich idealerweise im Vorfeld stellen, um im Fall der Fälle auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Nach einem Unfall in Holland sollten Sie die gleichen Schritte befolgen wie auch in allen anderen Ländern: Anhalten, Warnweste anlegen, Unfallstelle absichern und Verletzten helfen; bei Personenschäden (oder größeren Sachschäden, Streitigkeiten mit der anderen Unfallpartei oder Unfallflucht) ist zudem die Polizei bzw. der Rettungsdienst zu kontaktieren. Bei kleineren Blechschäden müssen Sie nicht zwingend die Polizei nach einem Autounfall in Holland hinzuziehen. Die Schadensregulierung kann unmittelbar bei der gegnerischen Versicherung in den Niederlanden in Gang gesetzt werden oder von Deutschland aus über den entsprechenden Regulierungsbeauftragten in Deutschland. Die folgenden Positionen werden nach niederländischem Recht ersetzt:

  • Reparaturkosten: Gegen Vorlage einer quittierten Werkstattrechnung können die Reparaturkosten erstattet werden. Ebenso ist möglich, die Kosten auf Basis eines Sachverständigengutachtens abzurechnen. Ein Kostenvoranschlag ist für Bagatellschäden ausreichend.
  • Totalschaden: Erstattungsfähig ist im Falle eines Totalschadens der Zeitwert abzüglich des Restwerts; die Grundlage hierfür stellt ein Gutachten.
  • Mietwagenkosten: Wird das Fahrzeug aus beruflichen Gründen benötigt, werden die Kosten abzüglich der Eigenersparnis von etwa 25% für die Dauer der Reparatur erstattet.
  • Abschleppkosten: Die Kosten für das Abschleppen des nicht mehr fahrtüchtigen Kraftfahrzeugs werden bis zur nächsten Werkstatt erstattet.
  • Gutachterkosten: Ist der Aufwand eines Gutachtens vertretbar oder die Erstellung erforderlich, handelt es sich hierbei um eine erstattungsfähige Position. Ähnlich ist es bei einem Totalschaden.
  • Wertminderung: Soweit durch ein Gutachten nachgewiesen, ist die Wertminderung bei schweren Schäden ebenso erstattungsfähig.
  • Kaskoselbstbeteiligung: Die Kosten für die Kaskoselbstbeteiligung sind gegen Vorlage einer Abrechnung der Vollkaskoversicherung ersetzbar.
  • Anwaltskosten: Die Kosten für rechtliche Unterstützung zur Erwirkung einer (außer-)gerichtlichen Einigung nach einem Unfall im Ausland müssen nur dann vom Geschädigten getragen werden, wenn die anwaltliche Vertretung nicht notwendig ist. Die Ausnahme bildet das Vorliegen einer Verkehrsrechtsschutzversicherung.
Kroatien

Besonderheiten bei der Schadensabwicklung nach einem Autounfall in Kroatien

Prinzipiell gilt nach jedem Unfall im Ausland (oder auch in Deutschland): Als erste Handlungen nach einem Zusammenstoß sollten Sie die Unfallstelle absichern, Erste Hilfe leisten, das Kennzeichen des Unfallverursachers notieren, Zeugendaten erfassen, Fotos von der Unfallstelle und der Schäden anfertigen und die Polizei verständigen. Bei einem Verkehrsunfall in Kroatien stellt die Polizei eine sogenannte „Potvrda“ (Unfallbestätigung) aus. Die Regulierung erfolgt sodann über den in Deutschland zuständigen Regulierungsbeauftragten. Auch wenn die Abwicklung in Deutschland mit dem deutschen Inlandbeauftragten erfolgt, gilt das kroatische Schadensersatzrecht. Ersetzt werden bei einem Unfall in Kroatien:

  • Reparaturkosten in voller Höhe: Nur dann, wenn der Schaden mit der Schadensbeschreibung auf der polizeilichen „potvrda“ übereinstimmt. Bei Bagatellschäden kann auf Basis eines Kostenvoranschlages abgerechnet werden. Bei Abrechnung auf Gutachterbasis wird in der Regel die Mehrwertsteuer nicht erstattet, da sie nicht tatsächlich angefallen ist.
  • Totalschaden: Bei einem Totalschaden muss der Versicherung in der Regel ein Gutachten vorgelegt werden. Gutachtenkosten sind zu erstatten, wenn der Schaden andernfalls nicht nachgewiesen werden kann oder die Versicherung ein Gutachten verlangt.
  • Wertminderung: Eine Wertminderung wird nur bei schweren Sachschäden neuerer Fahrzeuge mit geringerer Laufleistung erstattet.
  • Mietwagenkosten: Die Kosten für einen Mietwagen werden ausschließlich dann ersetzt, sofern das Fahrzeug zur Berufsausübung zwingend benötigt wird und auch nur für die notwendige Reparaturdauer. Es werden 20% als Eigenersparnis in Abzug gebracht.
  • Bei Personenschäden: Hier besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld je nach Schwere der Verletzung, allerdings deutlich weniger als in Deutschland; der Verdienstausfall lässt sich gegen Nachweis geltend machen.
Slowenien

Besonderheiten bei der Schadensregulierung nach einem Unfall in Slowenien

Bei einem Unfall in Slowenien ist, wie in anderen EU-Ländern auch, zunächst die einvernehmliche Unfallerfassung mithilfe des Europäischen Unfallberichtes empfehlenswert. Dieser kann bereits vor Reiseantritt in slowenischer Sprache ausgedruckt werden (Evropsko porocilo o prometni nesreci). Wie bei einem Unfall in Kroatien auch, stellt die Polizei eine sogenannte „Obvestilo“ bzw. „potrdilo“ (Unfallbescheinigung) aus. Die Regulierung erfolgt sodann über den in Deutschland zuständigen Regulierungsbeauftragten. Entsprechend dem slowenischen Schadensersatzrecht werden die folgenden Positionen erstattet:

  • Reparaturkosten: Nur die nachgewiesenen, unfallbedingten Reparaturkosten werden nach einem Unfall in Slowenien erstattet. Die Reparaturkosten einer deutschen Werkstatt werden nur dann in voller Höhe ersetzt, wenn eine Übereinstimmung mit der Schadensbeschreibung des polizeilichen Unfallberichts besteht oder mit den prognostizierten Kosten einer slowenischen Versicherung. Bei Bagatellschäden lässt sich auf der Grundlage eines Kostenvoranschlages abrechnen. Rechnet man auf Gutachtenbasis ab, wird die Mehrwertsteuer nicht erstattet. Liegt ein Totalschaden vor, ist ein Sachverständigengutachten erforderlich und es besteht Anspruch auf den Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert bzw. Restwert).
  • Gutachterkosten: Gutachterkosten sind zu erstatten, wenn der Schaden andernfalls nicht nachgewiesen werden kann oder die Versicherung ein Gutachten verlangt.
  • Wertminderung: Allenfalls bei schweren Sachschäden neuerer Fahrzeuge mit geringer Laufleistung ist eine Wertminderung erstattungsfähig. Hier werden in der Regel Beträge zwischen 5% und 15% der Reparaturkosten erstattet.
  • Mietwagenkosten: Kosten für einen Mietwagen werden nur erstattet, wenn das Fahrzeug zur Berufsausübung bzw. Erstreitung des Lebensunterhalts zwingend benötigt wird und nur für die notwendige Reparaturdauer. Es werden 20% als Eigenersparnis in Abzug gebracht.
  • Bei Personenschäden: Schmerzensgeld wird je nach Schwere der Verletzung gezahlt sowie nach Intensität der Schmerzen, allerdings deutlich weniger als in Deutschland; ein Verdienstausfall ist gegen Nachweis erstattungsfähig. Arzt-, Heil- und Pflegekosten werden ebenso erstattet, sofern keine Erstattung der Krankenkasse erfolgt.
Österreich

Information rund um den Autounfall in Österreich und Schadensregulierung

Die grüne Versicherungskarte ist in Österreich nicht mehr verpflichtend, kann jedoch helfen, die Schadensregulierung zügiger abzuwickeln. Unmittelbar nach dem Unfall gelten auch in Österreich die üblichen Schritte und Sicherheitsvorkehrungen. Wie in allen anderen Ländern der EU auch, wird die Schadensregulierung über einen Regulierungsbeauftragten in Deutschland abgewickelt. Die eigene Versicherung müssen Sie nur dann kontaktieren, wenn auch Ihr Unfallgegner Ansprüche geltend machen möchte. Bei einem Autounfall in Österreich wird die Schadensregulierung nach österreichischem Recht abgewickelt. Demgemäß sind folgende Positionen ersetzbar:

  • Reparaturkosten: Die Kosten für die Reparatur nach einem Unfall in Österreich können nach Vorlage einer Werkstattrechnung oder eines Gutachtens erstattet werden. Sie sollten vorab jedoch der Versicherung des Unfallgegners ermöglichen, das Fahrzeug zu besichtigen.
  • Totalschaden: Im Falle eines Totalschadens wird der durch einen Gutachter nachgewiesene Zeitwert abzüglich des Restwerts erstattet.
  • Mietwagenkosten: Die Kosten für einen Mietwagen werden bei einem Unfall in Österreich auch für die private Nutzung während der Reparaturdauer erstattet. 10% bis 15% werden wegen Eigenersparnis abgezogen. Bei einem Totalschaden werden die Kosten höchstens für zwei bis drei Wochen erstattet.
  • Abschleppkosten: Sollte das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit sein, werden die Kosten für das Abschleppen bis zur nächsten Werkstatt bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises übernommen.
  • Gutachterkosten: Die Kosten für ein Gutachten werden generell erstattet, solange der Schaden nicht durch eine österreichische Versicherung begutachtet wurde.
  • Wertminderung: Die Erstattung für die Wertminderung wird nach österreichischen Formeln berechnet und gilt für Fahrzeuge, die maximal zwei bis drei Jahre alt sind und keine Vorschäden aufweisen.
  • Kaskoselbstbeteiligung: Die Kaskoselbstbeteiligung wird übernommen, sofern ein Nachweis über die Abrechnung der Vollkaskoversicherung vorgelegt werden kann.
  • Übernachtung/Verpflegung: Hier werden ausschließlich jene Kosten übernommen, die direkt mit dem Unfall in Österreich in Verbindung stehen. Auch hier ist mit dem Abzug der Eigenersparnis zu rechnen.
  • Anwaltskosten: In der Regel werden (außer-)gerichtliche Anwaltskosten nach österreichischem Recht erstattet.
  • Schadensfinanzierungskosten: Wenn die Versicherung trotz Fristsetzung erfolglos zur Leistung eines Vorschusses aufgefordert wurde, können auch die Schadenfinanzierungskosten erstattet werden.
  • Bei Personenschäden: Sofern die eigene Krankenversicherung nicht für die Arzt-, Heil- und Pflegekosten aufkommt, werden diese übernommen. Der Verdienstausfall wird erstattet, wenn ein Nachweis über den ermittelten Schaden und eine Bestätigung des Arbeitgebers oder Steuerbelege bei freiberuflicher Tätigkeit vorgelegt werden können. Die Tagessätze für Schmerzensgeld werden in Österreich nach Schmerzperioden und -stufen bestimmt.

Unfall im Ausland – warum die richtige Vorbereitung Komplikationen vorbeugt

Wer mit dem eigenen Auto verreist, hat meist ganz andere Sorgen als die bloße Möglichkeit eines Unfalls im Ausland. Dennoch ist es empfehlenswert, sich im Vorfeld für einen solchen Fall zu rüsten – und sich freuen zu können, falls er doch nicht eintritt. Bei Reisen in EU-Länder ist der Europäische Unfallbericht in der jeweiligen Landessprache nahezu ein Muss. In einigen Ländern kann zusätzlich die Grüne Versicherungskarte als Nachweis einer Haftpflichtversicherung notwendig sein. Darüber hinaus sollten Sie bei einem Unfall im Ausland wie auch im Inland stets die gleichen Schritte befolgen: Anhalten, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen, Unfallstelle absichern, Notruf absetzen und Verletzten helfen. Um die eigenen Ansprüche nach dem Recht des jeweiligen Unfalllandes schnell und unkompliziert durchsetzen zu können, empfiehlt sich anwaltliche Unterstützung. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

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FAQ - Unfall im Ausland

Die wichtigsten Informationen zu Unfällen im Ausland

Was ist zu beachten

Was gibt es bei einem Unfall im Ausland zu beachten?

Unmittelbar nach einem Unfall im Ausland sind zunächst die gleichen Schritte wichtig wie auch bei einem Unfall in Deutschland (Warnblinkanlage, Warnweste, Unfallstelle absichern etc.). Allerdings ist zu beachten, dass bei einem Verkehrsunfall im Ausland auch das ausländische Recht gilt. Dies kann insbesondere im Hinblick auf die erstattungsfähigen Positionen einen Unterschied machen.

Rechtslage bei Auslandsunfall

Wo wird nach einem Unfall im Ausland die Grüne Versicherungskarte benötigt?

Die sogenannte „Grüne Karte“ dient als Nachweis der Haftpflichtversicherung und ist beispielsweise in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Türkei, Russland und Nord-Mazedonien verpflichtend. Ausgestellt wird sie von der eigenen Kfz-Versicherung ausgestellt.

Ihr Ansprechpartner

Welche Ansprechpartner sind nach einem Unfall im Ausland wichtig?

Eine besonders wichtige Anlaufstelle im Hinblick auf den Unfall im Ausland ist der Zentralruf der Deutschen Autoversicherer. Hier lässt sich der Regulierungsbeauftragte der ausländischen Versicherung in Deutschland ermitteln. Sollte die ausländische Versicherung innerhalb von drei Monaten keine Reaktion zeigen, können Sie sich an die Verkehrsopferhilfe e.V. wenden.

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